5 Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen

5.1 Inhalt und Festsetzungsverfahren der Entschädigungen und der Beteiligungsprogramme

5.1.1 Zuständigkeit und Festsetzungsverfahren

Der Nominierungs- und Entschädigungsausschuss (vgl. Punkt 3.4.2 «Personelle Zusammensetzung sämtlicher Verwaltungsratsausschüsse, deren Aufgaben und Kompetenzregelung»), dem ausschliesslich unabhängige Mitglieder des Verwaltungsrates angehören, schlägt dem Verwaltungsrat die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung des Verwaltungsrates einerseits und der Geschäftsleitung andererseits sowie die Höhe der Entschädigungen für die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung vor. Der Verwaltungsrat in corpore genehmigt die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung und setzt die Höhe der Entschädigungen für sich und die Mitglieder der Geschäftsleitung fest.

Für die Ausgestaltung der Entschädigungen wird kein Berater beigezogen. Der Verwaltungsrat erstellt einmal pro Jahr aus öffentlich zugänglichen Quellen – unter Berücksichtigung vergleichbarer Banken (börsenkotierte Privatbanken und Kantonalbanken mit bedeutendem Private-Banking-Anteil) aus Liechtenstein und der Schweiz – eine Zusammenfassung über die Entschädigung von Verwaltungsratsmitgliedern, Verwaltungsratspräsidenten und Geschäftsleitungsmitgliedern. Diese Zusammenfassung ermöglicht es dem Verwaltungsrat, sich an der Marktsituation zu orientieren. Der Entscheid über die Höhe der Entschädigung an die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung beruht auf freiem Ermessen des Verwaltungsrates. Die Mitglieder der Geschäftsleitung sind bei der Diskussion und bei der Entscheidung über die Höhe ihrer Entschädigung nicht anwesend. Der Verwaltungsrat hat gemäss Art. 12 Abs. 2 des Gesetzes über die Liechtensteinische Landesbank die für ihn festgelegte Entschädigungsregelung der Regierung zur Kenntnis zu bringen.

In Anlehnung an den Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance ging der Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom 6. Mai 2011 spezifisch auf die Vergütungsthematik ein. Der Verwaltungsrat wollte das zukünftige Vorgehen nach den definitiven rechtlichen Bedingungen ausrichten, weshalb er auf die Durchführung einer Konsultativabstimmung verzichtete. Verschiedene, derzeit noch offene rechtliche Punkte haben ihn zu diesem Vorgehen bewogen. Anfang 2011 trat die neue EU-Vergütungsregelung in Kraft. Als EWR-Land hat Liechtenstein diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt, was mit der Inkraftsetzung des Anhangs 4.4 der Verordnung über die Banken und Wertpapierfirmen (Bankenverordnung) per 1. Januar 2012 erfüllt wird. Diese Entscheidung beeinflusst hat auch die weiterhin unklare rechtliche Situation in der Schweiz; die künftige gesetzliche Regelung wird auch für die LLB-Gruppe massgebend sein.

5.1.2 Grundlagen

Die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung werden periodisch überprüft. Die Entschädigungen für die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung werden jährlich festgelegt.

Die Verwaltungsräte erhalten eine fixe Entschädigung, Sitzungsgelder (für Ausschuss- und Stiftungsratssitzungen) sowie eine variable Entschädigung. Diese beläuft sich (ohne Arbeitgeberbeiträge) auf 0.175 Prozent des Konzernergebnisses des jeweiligen Kalenderjahres und ist auf die Höhe der fixen Entschädigung limitiert. Die fixe wie die variable Entschädigung werden in bar ausbezahlt. Abgangsentschädigungen bei Beendigung des Mandats sind von Gesetzes wegen nicht zulässig (Art. 21 Abs. 2 des Gesetzes über die Steuerung und Überwachung öffentlicher Unternehmen).

Die Mitglieder der Geschäftsleitung erhalten eine fixe und eine variable Entschädigung. Die fixe Entschädigung wird in bar ausgerichtet. Massgebend für die variable Entschädigung sind quantitative Ziele. Die variable Entschädigung beläuft sich (ohne Arbeitgeberbeiträge) auf maximal 0.8 Prozent des Konzernergebnisses des jeweiligen Kalenderjahres. Bei der Zuteilung an die Mitglieder der Geschäftsleitung wird die individuelle Leistung berücksichtigt. Die variable Entschädigung ist auf die Höhe der fixen Entschädigung limitiert. Die Auszahlung erfolgt in bar und durch Zuteilung von LLB-Aktien. Die Aufteilung zwischen Bar- (ein Viertel) und Aktienanteil (drei Viertel) ist reglementarisch fixiert. Den Mitgliedern der Geschäftsleitung steht keinerlei Recht zu, das Verhältnis zwischen Aktienanteil und Barauszahlung zu bestimmen. Der Preis pro Aktie für die aktienbasierte Vergütung entspricht dem Durchschnittskurs des letzten Quartals des Geschäftsjahres. Die ausgegebenen Aktien unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren. Mit dem Austritt aus der Bank entfällt die Sperrfrist. Neben der Zuteilung von Aktien im Rahmen der Erfolgsbeteiligung gibt es keine weiteren Aktienpläne.

Das Arbeitsverhältnis der Mitglieder der Geschäftsleitung ist in Einzelarbeitsverträgen geregelt. Die Kündigungsfristen betragen drei beziehungsweise vier Monate. Die Arbeitsverträge sehen keine Spezialklauseln wie beispielsweise Abgangsentschädigungen bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Fall eines Kontrollwechsels vor.

Die Liechtensteinische Landesbank gewährt allen Mitarbeitenden (inkl. Geschäftsleitung) branchenübliche Vorzugskonditionen auf Bankprodukte. Dabei handelt es sich vorwiegend um eine limitierte Vorzugsverzinsung im Hypothekarbereich und von Guthaben. Für den Verwaltungsrat gelten bei allen Geschäften mit der Bank marktübliche Konditionen.

5.1.3 Elemente

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhielten für das Geschäftsjahr 2011 eine fixe Entschädigung in Höhe von Tausend CHF 826. Auf die Ausrichtung einer variablen Entschädigung wurde verzichtet. Die Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen beliefen sich auf Tausend CHF 45. Die fixe Entschädigung wurde in bar ausbezahlt.

Die Mitglieder der Geschäftsleitung erhielten für das Geschäftsjahr 2011 eine fixe Entschädigung in Höhe von Tausend CHF 2'491. Auf die Ausrichtung einer variablen Entschädigung wurde verzichtet. Die Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen betrugen Tausend CHF 377. Die fixe Entschädigung wurde in bar entrichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtentschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Mitglieder der Geschäftsleitung 2011 um 14.1 beziehungsweise 13.3 Prozent gesunken. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass auf die Ausrichtung einer variablen Entschädigung verzichtet wurde.

Die Gesamtentschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Mitglieder der Geschäftsleitung für das Geschäftsjahr 2011 ist periodengerecht abgegrenzt.

5.2 Transparenz der Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen von Emittenten mit Sitz im Ausland

Die Liechtensteinische Landesbank hat ihren Sitz in Vaduz, Liechtenstein. Sie untersteht deshalb grundsätzlich nicht der Bestimmung von Art. 663bbis des Schweizerischen Obligationenrechts (OR). Damit den Anlegern die entsprechenden Informationen aber trotzdem zur Verfügung stehen, verpflichtet die SIX Swiss Exchange Emittenten, deren Sitz nicht in der Schweiz ist, im Rahmen der Corporate-Governance-Berichterstattung Art. 663bbis OR analog anzuwenden.

Die Angaben zu den Entschädigungen und Beteiligungen der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung sowie die Darlehen an dieselben sind im Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung der LLB-Gruppe, «Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen» im Detail aufgeführt.

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