Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre
Sehr geehrte Damen und Herren

«150 Jahre Zukunft» – dieser Leitsatz stand 2011 nicht nur für das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeitenden in der Vergangenheit. Er beinhaltet zugleich unsere Verantwortung für die Zukunft. Entsprechend aktiv gestalten wir unser Unternehmen, um die Herausforderungen des unsicheren weltwirtschaftlichen Umfelds und den Strukturwandel in der Bankenbranche zu meistern. 2011 hat uns stark gefordert. Manches entwickelte sich anders, als wir erwartet hatten – in manchem sind wir vorangekommen.

Roland Matt, Chief Executive Officer (Foto)

Roland Matt, Chief Executive Officer

So haben wir eine Reihe von Initiativen umgesetzt, um weiterhin nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit dem operativen Start der neuen Bankensoftware Avaloq am 1. Januar 2011 haben wir nicht nur unsere Qualität und Effizienz im IT-Bereich erhöht, sondern auch ein Fundament für künftige Prozessverbesserungen gelegt. Wir haben Shared Service Centers eingeführt, um mit der Zusammenfassung von Zahlungsverkehr, Handel und Wertschriftenverwaltung am Hauptsitz in Vaduz Kosten zu senken und Know-how in Kompetenzzentren zu konzentrieren. Zudem haben wir Synergie- und damit Sparpotenziale analysiert, die ab 2012 wirksam genutzt werden.

Wir setzen unsere Wachstumsstrategie weiterhin konsequent und fokussiert um. Bei der LLB Österreich und der Niederlassung in Dubai haben wir unsere Kapazitäten für unser künftiges Wachstum deutlich ausgebaut. Unsere Banken in der Schweiz haben ihr Filialnetz erweitert. Die Bank Linth ist auf dem Weg zur führenden Regionalbank der Ostschweiz einen grossen Schritt weitergekommen.

Sie wissen, 2011 war weltweit ein schwieriges Jahr. Das Atomunglück in Fukushima stellte Japan vor enorme Aufgaben, die politischen Umwälzungen in Nordafrika und im Nahen Osten forderten die internationale Gemeinschaft. In der zweiten Jahreshälfte belasteten die europäische Schuldenkrise und die ungewisse Zukunft des Euro die Finanzmärkte. Die historisch niedrigen Zinsen, die volatilen Aktienmärkte und der starke Schweizer Franken verunsicherten in der Folge nicht nur die Anleger. Diese Faktoren wirkten sich erneut auf unser Jahresergebnis aus, mit dem wir nicht zufrieden sein können.

Der Geschäftsertrag reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 7.3 Prozent auf CHF 404.9 Mio. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich dank höherem Volumen um 8.3 Prozent auf CHF 189.8 Mio. Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft ging um 6.8 Prozent auf CHF 208.9 Mio. zurück. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beträgt minus CHF 6.2 Mio. Der Erfolg aus Finanzanlagen – zum Fair Value, sprich zum Marktwert bewertet – belief sich auf CHF 0.4 Mio.

Dr. Hans-Werner Gassner, Präsident des Verwaltungsrates (Foto)

Dr. Hans-Werner Gassner,
Präsident des Verwaltungsrates

Im September mussten wir die Einzelwertberichtigung eines Lombardkredits in Höhe von CHF 49 Mio. bekannt geben. Das Konzernergebnis sank überdurchschnittlich um 85.8 Prozent auf CHF 15.4 Mio. Das Verhältnis von Geschäftsaufwand zu Geschäftsertrag stieg 2011 auf 95.6 Prozent (2010: 72.7 %).

Unsere Akquisitionsleistung blieb 2011 auf hohem Niveau. Die Ausleihungen wuchsen um 4.6 Prozent auf CHF 10.3 Mia., die Volumen in der betrieblichen und privaten Vorsorge nahmen leicht zu und beim Netto-Neugeld konnten wir erneut einen Zufluss verbuchen. Dieser belief sich auf CHF 0.6 Mia. (2010: CHF 2.7 Mia.). Die verwalteten Kundenvermögen gingen wegen der nachteiligen Marktentwicklung jedoch um 3.4 Prozent auf CHF 48.1 Mia. (31. Dezember 2010: CHF 49.8 Mia.) zurück.

Die Chancen zu sehen, ist die eine Seite unseres Geschäfts. Ebenso bewusst ist uns, welche Bedeutung dem Eigenkapital als Risikopuffer zukommt. Mit CHF 1.6 Mia. verfügen wir über ein solides Polster. Die Eigenmittelquote (Tier 1 Ratio) betrug im Berichtsjahr 13.9 Prozent. Obgleich diese weit über den gesetzlichen Anforderungen liegt, verfolgen wir das Ziel, unsere Eigenkapitalausstattung weiter zu stärken. Dies ist – neben dem nicht zufriedenstellenden Jahresergebnis – ebenfalls ein Grund, weshalb der Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom 4. Mai 2012 vorschlagen wird, die Dividende pro LLB-Aktie von CHF 3.40 in den Vorjahren auf CHF 0.30 deutlich zu senken.

Wir hoffen, dass Sie bei der Lektüre des Geschäftsberichtes dennoch zum selben Eindruck gelangen wie wir: Die LLB-Gruppe verfügt über ein grosses Chancenpotenzial. Dazu zählen wir unsere Kunden, überdurchschnittliche Produkte, stetige Innovation, eine moderne Infrastruktur und qualifizierte, engagierte Mitarbeitende.

Die LLB-Gruppe ist in ihren Märkten gut verankert. Wir blicken zuversichtlich auf das Jahr 2012 und beobachten die weitere Entwicklung in der Finanzbranche aufmerksam. Die Märkte werden 2012 volatil, die Unsicherheiten gross bleiben. Wir schauen auf ein ereignisreiches Jahr unseres 150-jährigen Bestehens zurück. Was die Liechtensteinische Landesbank erreicht hat, gelang uns dank unserer Kunden, die uns vertrauen, dank unserer Aktionäre, die uns die Treue halten, und dank unserer Mitarbeitenden, die tagtäglich ihr Bestes geben. Ihnen allen gebührt unser herzlicher Dank.

Unterschrift Roland Matt – Chief Executive Officer (Unterschrift)

Roland Matt
Chief Executive Officer

Unterschrift Dr. Hans-Werner Gassner – Präsident des Verwaltungsrates (Unterschrift)

Dr. Hans-Werner Gassner
Präsident des Verwaltungsrates

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